Aufgeklärt: So beeinflusst Osteoporose die Zahngesundheit

Im Jahr 2018 waren circa sechs Millionen Menschen in Deutschland von einer Osteoporose betroffen. Nun fragen Sie sich sicher, warum gerade die Pluszahnärzte® Sie über diese Krankheit aufklären möchten – wäre hier nicht eher eine orthopädische Praxis zuständig? Tatsächlich ist es so, dass Osteoporose sich nachhaltig auf Ihre Zahngesundheit auswirken kann. Im folgenden Beitrag verraten Ihnen die Pluszahnärzte® aus Düsseldorf, wo die Zusammenhänge liegen und was bei der Therapie im Speziellen zu beachten ist, um Ihre Zähne zu schützen.

Was ist Osteoporose?

Unter Osteoporose versteht man den Verlust der Knochensubstanz, wodurch die Knochen anfälliger für Zystenbildung und Frakturen werden. Grund für die Erkrankung ist eine Dysbalance zwischen knochenaufbauenden und -abbauenden Zellen. Da der Rückgang der Knochensubstanz keine Schmerzen bereitet, bleibt die Krankheit oft lange unentdeckt. Häufig werden nur die Knochenbrüche behandelt, nicht aber die Osteoporose, die diese verursacht.

Betroffen sind von Osteoporose vorwiegend ältere Menschen, jedoch gibt es auch einige junge Osteoporosepatienten. Insgesamt sind Frauen häufiger von einer Osteoporose betroffen als Männer. Besonders nach der Menopause kann die Erkrankung auftreten, da der Rückgang von Östrogen einen Verlust der Knochensubstanz begünstigt. Weitere Risikofaktoren sind:

  • Fehlende Bewegung
  • Unausgeglichene Ernährung
  • Gesteigerter Alkoholkonsum
  • Starkes Rauchen
  • Bestimmte Medikamente (hierzu i. F. mehr)

Wie hängt Osteoporose mit der Zahngesundheit zusammen?

Häufig wird eine Osteoporose nicht beim Orthopäden, sondern auf dem Zahnarztstuhl erkannt. Obwohl der Kieferknochen für gewöhnlich nicht sehr stark von der Erkrankung betroffen ist, kann man sie hier besonders gut entdecken. In einem dentalen Röntgenbild erkennt man Mangelerkrankungen des Knochens nämlich oft schon, bevor sie am Skelett zu sehen sind.

Zudem gehört die Osteoporose zu den Erkrankungen, die abgeklärt werden sollten, wenn ein Zahnersatz mittels Implantat im Raum steht. Für Patienten mit Osteoporose müssen bei einer Implantation besondere Maßnahmen wie beispielsweise ein vorausgehender Knochenaufbau ergriffen werden. Außerdem ist nach Einsetzen des Implantats spezielle Vorsicht geboten, um eine Osteonekrose zu vermeiden.

Der Risikofall Osteonekrose

Bei einer Osteonekrose handelt es sich um eine seltene Komplikation im Nachgang der Implantation. Die Implantate heilen hierbei nicht ein, sondern es kommt zu einer ausgedehnten Entzündung rund um das Implantat. Im Jahr 2003 wurde ein Zusammenhang zwischen Osteonekrosen des Kiefers und der Behandlung mit Bisphosphonaten entdeckt.

Bisphosphonate sind Medikamente gegen den Knochenschwund, die gerne gegen Osteoporose verabreicht werden. Im Gegensatz zum restlichen Skelett, wo sie knochenaufbauend wirken, sorgen sie im Kiefer dafür, dass dieser an Substanz verliert. Wenn zusätzlich zur Einnahme der Medikamente Bakterien in den Knochen kommen, beispielsweise durch eine Infektionskrankheiten im Mundraum, Druckstellen einer Prothese oder einen zahnchirurgischen Eingriff, breiten diese sich dort schnell aus.

Für eine Osteonekrose kommen nach aktuellem Wissensstand meist mehrere Faktoren zusammen:

  • (Zurückliegende) Behandlung mit Bisphosphonaten
  • Zusätzliche entzündliche Erkrankung (Parodontitis, Infektion der Zahnwurzel etc.)
  • Zahnmedizinischer Eingriff (z.B. Implantation)

Was Sie & Ihr Zahnarzt tun können

Um mögliche Risiken gering zu halten und Ihre Zahngesundheit zu wahren, ist eine ausführliche Anamnese wichtig. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt in diesem Rahmen über eine Osteoporoseerkrankung sowie über die Behandlung mit Bisphosphonaten. Zudem kann eine interdisziplinäre Behandlung, bei der Ihr Orthopäde sich mit der Zahnarztpraxis abspricht, hilfreich sein. Manche Ärzte empfehlen, die Osteoporosebehandlung mit Bisphosphonaten wenn möglich erst zu beginnen, wenn zahnmedizinische Schäden beseitigt wurden.

In jedem Fall ist im Vorfeld einer Implantation eine genaue Risikoanalyse unabdingbar. Zudem sollten sowohl Osteoporosepatienten als auch Implantatträger – und speziell Menschen, die beiden Gruppen angehören – besonderen Wert auf die Mundhygiene legen. Nur so kann Erkrankungen langfristig vorgebeugt werden. Für weitere Fragen zum Thema Zahngesundheit bei Osteoporose helfen Ihnen unsere Zahnärzte in Düsseldorf gerne persönlich weiter.

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